Maurizio Jacobacci kann einem leidtun. Letzte Saison rettete er den FC Sion auf grossartige Art und Weise vor dem Abstieg. Nach einem unnötigen Pokerspiel von Christian Constantin erhielt er den Job auch für diese Saison. Und nun steht er nach dem monumentalen Maisonnial-Flop bei der Startniederlage gegen Lugano und erst sechs Punkten aus sechs Spielen mit dem Rücken zur Wand. Denn das ist sogar der schwächere Start wie unter Paolo Tramezzani letzte Saison. Damals hatte Sion acht Punkte nach sechs Spielen. Präsident Christian Constantin ist jedenfalls unzufrieden.

Wie war der Auftritt beim 0:3 gegen YB?
Nicht gut. Wir waren völlig blockiert. Der verschossene Penalty half auch nicht.

Was bedeutet das für den Präsidenten?
Dass er sich seine Gedanken macht. So kann es nicht weitergehen. Nun hat man in der Regel zwei Optionen. Die erste ist, Spieler zu holen. Die habe ich nicht mehr. Die zweite ist, den Trainer zu wechseln.

Zu Option eins: Spieler haben Sie geholt. Massenweise. So auch den ehemaligen Barcelona- und Arsenal-Star Alex Song. Der stand gegen YB nicht mal im Aufgebot…
Er hat mich ziemlich hässig gemacht. Ich habe ihn vor dem Spiel bei GC gefragt, ob er physisch parat sei für einen Einsatz von Beginn weg. Er sagte ja. Nach dem Spiel kam er zu mir und sagte, er sei doch nicht bereit gewesen.

Er sagt, er könne den nötigen Rhythmus nur mit Spielen holen, nicht mit trainieren.
Okay, dann soll er das in der U21 machen.

Was ist aus dieser Mannschaft geworden, die unter Jacobacci die drittbeste der Rückrunde war?
Ich weiss es auch nicht. Wir haben einen einzigen Stammspieler verloren: Matheus Cunha. Und doch wirds von Spiel zu Spiel schlechter. Das gibt mir zu denken.

Anto Grgic fehlt an allen Ecken und Enden, weil Sie keinen anderen Spieler haben, der im zentralen Mittelfeld offensive Akzente setzen kann. Drei Nummern sechs im Zentrum wie gegen GC, das geht gar nicht!
Baltazar kann auf dieser Position spielen.

Warum tut er das nicht?
Fragen Sie den Trainer.

Letzte Woche haben Sie Spannungen ausgemacht zwischen ihnen und dem Trainer.
Ja, und ich habe ihm gesagt, dass ich gegen YB etwas Zählbares erwarte.

Was nicht eingetreten ist.
Nein. Und so muss ich mir die Frage stellen, ob ich ihn behalte.

Haben Sie sich schon eine Antwort gegeben?
Nein.

Was machen Sie nun?
Ich überlege.

Und dann?
Entscheide ich. Ich habe ja ein bisschen Zeit, weil das nächste Meisterschaftsspiel erst in drei Wochen ist.