BLICK-Sportreporter Matthias Dubach

Es ist ein schwarzer Tag für den Schweizer Fussball. Mit Michael Frey streikte sich erstmals in der Super League ein Spieler vom Klub weg. Er weigerte sich, im Cup gegen Concordia aufzulaufen, danach folgte beim FCZ die Suspendierung.

Dass ein Spieler ins Grübeln kommt, wenn ihm anderswo zwei oder drei Mal so viel Geld geboten wird, kann jeder Arbeitnehmer nachvollziehen. Dass man danach gegen den eigenen Klub in den Kleinkrieg zieht, ist charakterlich allerdings ein Armutszeugnis.

Die Eskalation wurde von Frey bewusst in Kauf genommen. Gestärkt im Wissen, dass so sein gewünschter Verkauf an Fenerbahce forciert wird. Eine Eskalation, die eigentlich eine verkappte Erpressung ist. Verkauft mich – oder ich bin das Ekelpaket, das den Klub-Frieden zerstört.

Bekannte Streik-Vorgänger

Freys schlechte Vorbilder aus dem Ausland: Ousmane Dembélé bei Dortmund (für Barcelona), Diego Costa bei Chelsea (für Atletico) oder auch der Emmentaler Florent Hadergjonaj bei Ingolstadt (für Huddersfield).

Auch Ousmane Dembélé «streikte» sich zum Wechsel von Dortmund nach Barcelona.  (AFP)

Sie alle gingen am Ende wie nun Frey. Auch für den FCZ sind rund 3 Millionen und ein gelöstes Problem die bessere Variante, als den Streik-Kicker dauerhaft in die U21 zu verbannen oder auf die Tribüne zu setzen.

Die Saumode mit dem ertrotzten Transfer ist nun auch bei uns angekommen. Und wird wieder passieren: Die Spieler sitzen im heutigen Fussball am längeren Hebel. Nur traurig, dass mit Frey ausgerechnet einer als charakterlich fragwürdiger Streik-Egoist auftritt, der auf dem Platz stets eine Top-Einstellung zeigt!