Letzten Samstag in der GC-Kurve im Letzi. Vor dem Spiel gegen Sion (2:1) stellt sich die GC-Spitze ihren Fans. Mit nur 1 Punkt aus 4 Spielen sind die Zürcher zu diesem Zeitpunkt Tabellen-Letzter. Anliker und Huber sprechen dabei auch über den möglichen indischen Investor Prashant Agarwal, mit dem Einflüsterer Erich Vogel zusammengesessen ist (exklusiv im BLICK). Vogel sucht auf Mandats-Basis Investoren.

Anliker zur Rolle der Medien: «Wenn wir gut spielen, ist alles eine Bombe. Wenn wir schlecht spielen, ist auf gut Deutsch alles Scheisse. Klar: Wir machen auch Fehler zwischendurch.» (Zwischenruf eines Fans: «Was heisst ‹zwischendurch›? Die ganze Zeit!»).

CEO Manuel Huber gibt erstmals zu, dass der Klub im Januar 2016 fast Pleite ging. «Wir mussten Ravet und Tarashaj verkaufen, sonst hätten wir die Februar-Löhne nicht bezahlen können. Wir haben aus Transfers in den letzten zwei Jahren 17,5 Millionen eingenommen. Wir haben so kein Defizit geschrieben. Gleichzeitig haben wir damit aber Substanz aus der Mannschaft genommen. Das ist nicht gut.»

Stephan Anliker plaudert mit GC-Fans.  (Freshfocus)

Anliker zur finanziellen Lage: «Wir können ohne eigenes Stadion keine Einnahmen generieren. Entsprechend können wir die Ausgaben fast nicht bezahlen. Oder müssen sie mit Spieler-Verkäufen bezahlen. Schlussendlich haben wir eine schlechtere Mannschaft. Und es geht abwärts. Genau dort ist das grosse Problem für die Unruhe, die wir haben. Für Angriffe von aussen, die wir ‹gäng› wieder haben. Ich nenne jetzt keine Namen, aber ein Erich Vogel, ich nenne jetzt trotzdem einen Namen, weiss ‹gäng› immer alles besser als die, die in der Verantwortung stehen. Und das erschwert uns das Leben extrem. Weil die Zeitungen fahren auf das ab. Dann heisst's wieder ‹Krach bei GC›. Und dann ist natürlich wieder die Ruhe weg.»

Erich Vogel kommt bei Anliker nicht gut weg.  (Keystone)

Anliker über einen indischen Investor: «GC ist international ein guter Name. Wir sind Rekordmeister. (...) Aber wir wollen ein Zürcher Klub bleiben. Wir wollen kein indischer Klub werden. Das ist sehr, sehr wichtig. Für das kämpfe ich! Ich habe keine Probleme damit, wenn sich ein Ausländer, der Fussball-affin ist, es kann auch ein Inder sein, bei GC beteiligt. Aber Zürich muss sagen können, wo es durchgeht. Wenn wir ein Stadion haben, können wir selber leben.»