Er arbeitete unter anderem für die Ligue-1-Klubs Monaco, Nizza und Stade Rennes. Auch die Turner der französischen Nationalmannschaft hat er schon betreut. Seit 2013 ist Christian Schmidt (47) beim FC Luzern aktiv. Alex Frei hat ihn damals in die Schweiz gelotst. «Als sich Alex als Spieler bei Stade Rennes schwer verletzte, arbeitete ich dort im Staff. Ich half ihm zurückzukommen. Seither sind wir Freunde», erklärt Schmidt.

Frei ist längst nicht mehr Sportchef beim FCL. Schmidt aber hat bei den Innerschweizern mehr zu tun denn je. «Als ich nach Luzern kam, war der Verein lange nicht so professionell, wie es heute der Fall ist. Es gab nur einen kleinen Fitnessraum, und von GPS-Daten der Spieler war noch gar nicht die Rede. Hier konnte etwas entwickelt werden, und ich bin stolz, ein Teil davon sein zu können», sagt der 47-jährige Franzose.

Er hat gekämpft. Fünf Jahre lang. Damit aus dem FCL ein moderner Verein wird. «Stück für Stück», erklärt Schmidt. «Erst gab es neue Fitnessgeräte, dann kamen technische Investitionen dazu.» Teuer, aber wichtig für die Ausbildung der Spieler. «Seit Juni haben wir ein ganz neues System, das noch besser auf die Bedürfnisse der Spieler eingehen kann.» Damit werden Puls- und GPS-Daten der Profis noch genauer und ausführlicher ausgehoben. «Dieses System haben noch nicht viele Klubs», sagt Schmidt stolz. Es sei neu und eines der besten auf dem Markt. Es hilft Spielern, sich zu verbessern und Verletzungen effektiver zu behandeln.

Zusammenarbeit mit Chelsea für die Goalies

Jedes Training, jedes Spiel, jede körperliche Aktivität des Spielers wird damit aufgezeichnet. Laufwege, Tempo, Position: Die generierten Daten ermöglichen es, die Trainingsinhalte für die Spieler individueller zu gestalten. Ergänzend dazu werden auch Blutwerte, Gewicht, Körperfettanteil und Schnellkraftwerte gesammelt.

«Degradiert», wie eine Lokalzeitung jüngst berichtete, wurde Schmidt von FCL-Coach René Weiler nicht. «Wir verstehen uns sehr gut», sagt der Kondi-Trainer. Sein Aufgabenbereich habe sich etwas verschoben, aber das sei im Fussball üblich. Zu den neuen Aufgaben gehört noch ein weiteres Projekt: «Der Input kommt von Christophe Lollichon, dem Torwartkoordinator von Chelsea», erklärt Schmidt.

«Auch bei Barcelona trainieren die Torhüter mit GPS»

Lollichon war lange Zeit der Torwarttrainer der Londoner, trainierte unter anderen Petr Cech und Thibaut Courtois und ist ein Freund von Schmidt. «Zusammen mit Gabriel Wüthrich, Koordinator der FCL-Nachwuchsgoalies, wollen wir unsere Torhüter verbessern. Neu trainieren auch unsere Keeper mit GPS.» Vor allem Power und Kraftschnelligkeit der Goalies werden so analysiert und gefördert. «Auch bei Barcelona trainieren die Torhüter mit GPS, in Nizza aber beispielsweise noch nicht.» Mit Lollichon ist Schmidt stets im Austausch. «Wenn ich Hilfe brauche, dann wende ich mich an ihn.»

Der Fussball in Luzern wird modernisiert und damit professionalisiert. Mit Hilfe vom Premier-League-Klub Chelsea. «Es brauchte viel Zeit, all das aufzubauen. Aber jetzt können wir starten», freut sich Schmidt und bastelt weiter am FCL der Zukunft.