Millionen Franzosen drängen in Paris auf die Strassen. Allein im Public Viewing vor dem Eiffelturm in Paris schreiben, zittern und jubeln während des Spiels 90'000 Menschen. Antoine Griezmann spricht seinen Landsleuten danach aus dem Herzen: «Das Herz ist glücklich. Wir haben es geschafft, den Pokal nach Frankreich zu holen.»

Dahin, wo er zuletzt 1998 war. Und sie ihren Stolz auf ihre «Équipe» zeigen. Die Champs-Élysées sind in Blau-Weiss-Rot gehüllt – wie vor 20 Jahren, als die Franzosen ihren ersten weltmeisterlichen Coup feierten.

Akteure von damals verschaffen sich nach Spielschluss Zugang zur Garderobe ihrer Nachfolger, um ihnen zu gratulieren, darunter Marcel Desailly und Lilian Thuram. Und auch Franck Ribéry jubelt auf Twitter: «Welch Leistung! Gratulation!»

Ribéry selbst gehörte noch zur beschämenden französischen Truppe, die 2010 in Südafrika in Streik trat – und in der Vorrunde ausschied. Acht Jahre später erklimmt Frankreich wieder den Weltmeister-Thron.

Ihn zu besteigen, hätten auch die Kroaten verdient. Ein fulminantes Turnier bestreiten sie, und den Final machen sie zum Spektakel. In Kroatien mischt sich Trauer mit Stolz auf ihre goldene Truppe.

Nati-Spieler Mario Gavranovic sieht das Spiel mit zwei Kumpels bei sich daheim in Zagreb. Der Schweiz-Kroate sagt: «Überall waren Menschen. Die Kroaten haben Überragendes geleistet und auch im Final gegen einen starken Gegner tollen Fussball gezeigt.»

Dies gilt nicht zuletzt für Luka Modric, den Spieler des Turniers. Und Ivan Rakitic, den Mann aus Möhlin AG.

Raktic trägts mit Fassung, sagt: «Wir waren in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft, aber wir hatten Pech heute Abend. Aber ich gratuliere Frankreich, sie haben es trotzdem verdient.»

Und Trainer Zlatko Dalic: «Ich habe den Spielern gesagt: Ihr könnt erhobenen Hauptes gehen, ihr könnt stolz sein.»

Einzig den Handspenalty zum 2:1 empfindet Dalic als ungerecht: «In einem WM-Final gibst du so einen Elfmeter aber nicht. Es schmälert jedoch in keiner Weise den Sieg der Franzosen.»

Am Montag werden die Spieler in Zagreb zurückerwartet – und bestimmt stürmisch empfangen. Gavranovic: «Hier sind die Spieler Helden.»