Moskau, Montagmorgen. Der Tag nach der grossen Final-Party. Giulia Ferraro aus Müntschemier BE strahlt noch immer. «Das beste war schon, dass ich mit Rakitic aufs Feld durfte», sagt die 8-Jährige beim Frühstück vor dem Abflug in Moskau rückblickend.

Gut drei Tage weilte Giulia als McDonald’s-Player-Escort-Kid in der russischen Hauptstadt. Das Final-Leibchen von Rakitic hat sie leider nicht gekriegt. «Wir durften zu den Spielern nichts sagen. Ich konnte also nicht fragen.»

aufs Feld Die rund 10 Minuten an Rakitics Hand wird die Juniorin des FC Kerzers aber nie vergessen: «Im Spielertunnel war ich etwas nervös. Aber nur ein bisschen. Es war ganz leise. Dann sind wir los – und als wir auf dem Rasen angekommen sind, war es plötzlich sehr, sehr laut. Der Unterschied war mega. Aber es war wirklich toll, dass ich Rakitic an der Hand hatte und auf dem Feld war ich dann auch nicht mehr nervös.»

«Ivan, i wott mit dier iiloufe»

Als Giulia am Sonntag um exakt 17.53 Uhr Ortszeit mit eben diesem Rakitic an der Hand in den 80'000 Zuschauer fassenden Hexenkessel Luschniki-Stadion marschiert, jubelt auch der Papa auf der Tribüne kräftig mit. Denn seine Tochter hatte seit Ankunft in Moskau einen ganz grossen Traum: Mit Landsmann Rakitic einzulaufen. Dazu hat sie einen Plan ausgeheckt: «Im Spielertunnel winke ich und sage ihm auf Schweizerdeutsch: Ivan, i wott mit dier iiloufe».

Ein Traum wird wahr: Giulia darf mit Ivan Rakitic einlaufen.

Am Ende muss Giulia gar nicht rufen, sie kriegt Rakitic auch so. Dafür sorgt die Primarschülerin schon bei der Hauptprobe am Nachmittag im Luschniki-Stadion. Die aufmüpfige Bernerin schnappt sich da Position 4 auf kroatischer Seite. Zuvor haben Giulia und BLICK recherchiert: Rakitic lief im Viertel- und Halbfinal schon an exakt dieser Stelle ein. Wenig später wenden sich die Final-Organisatoren an die Kinder: Die Plätze dürfen nicht mehr getauscht werden. «Yes!» – ruft Giulia und strahlt über beide Ohren.

Die Begegnung mit Ronaldinho

Für Giulia kommts noch besser. Bevor es an der Hand von Rakitic auf die ganz grosse Bühne geht, schaut der ehemalige Weltfussballer Ronaldinho bei den Ball-Kids vorbei. Eine überglückliche Giulia staubt bei dieser Gelegenheit auch noch ein Autogramm des brasilianischen Superstars ab.

So ist es am Ende auch nicht wichtig, dass Giulias Rakitic das entscheidende Tor im WM-Final nicht gelingt. Als während der Siegerehrung der französische WM-Gassenhauer «Allez les bleus» durch das weite Luschniki-Rund ertönt, tanzt Giulia, die nach dem Einlaufen schnurstracks zu ihrem Vater auf die Tribüne hüpfte, auf ihrem Sitzplatz begeistert mit. «Moskau war so gut. Jetzt will ich Russisch lernen», meint sie am Montag danach abschliessend.