Nach drei Wochen Tour de France stand für Stefan Küng vor allem eines auf dem Programm: Regeneration. Der Thurgauer tankte in den ersten August-Tagen neue Energie für die restlichen Herausforderungen in diesem Jahr. Die Erste? Das EM-Zeitfahren in Glasgow.

Küngs Ziel ist dabei von Beginn an klar: eine Medaille. Sogar Gold? Auf dem Papier gehört der Rad-Profi aus Wilen bei Wil jedenfalls zu den Favoriten.

Doch dann gelingt ihm der Start nicht wunschgemäss. Küng wird deutlich zurückgebunden, weist nach rund 10 km schon 18,53 Sekunden Rückstand auf den Führenden Yves Lampaert auf.

Nach 30 von 45 km sind es schon 20,38 Sekunden. Küng gibt (im Regen) Gas – aber vergebens. Im Ziel angekommen weiss er bereits: Mit dem Titel wird es nichts. Zwar darf ihn Zwischenrang zwei für kurze Zeit noch hoffen lassen – doch eben nur kurz.

«Mir hat die Kraft gefehlt»

Schnell wird er vom Podium gestossen, am Ende muss er sich mit Rang 7 begnügen. Derweil jubelt Victor Campenaerts über den Europameistertitel. Der Belgier setzt sich ultraknapp (63 Hundertstel!) vor dem Spanier Jonathan Castroviejo durch. Dritter wird der Deutsche Maximilian Schachmann.

Europameister Victor Campenaerts lässt sich feiern.  (Reuters)

Küng zeigt sich nach dem Rennen sichtlich enttäuscht. Im Interview mit «SRF» meint er: «Eigentlich habe ich mich heute gut gefühlt. Doch irgendwie hat mir die Kraft gefehlt. Ich konnte den hohen Gang nicht durchziehen, musste immer wieder tiefer schalten. Das hat es am Ende vielleicht ausgemacht.»

Und zum Regen sagt Küng: «Ich war am Schluss nicht bereit, bei diesen Bedingungen das absolut Letzte zu riskieren.» (mpe)