Forscher haben bösen VerdachtHöhenflug von Bitcoin war manipuliert

Im Dezember schien es keine Grenzen für den Bitcoin-Kurs zu geben. Die Kryptowährung schnellte bis auf 20'000 Dollar hoch. Nun glauben US-Forscher den Grund dafür zu kennen.
SEDAT SUNA
Forscher der US-Universität von Austin (Texas) haben den Höhenflug von Bitcoin untersucht und dabei verdächtige Muster entdeckt. Es könnte Manipulation dahinterstecken.

Ende 2017 hielt der Bitcoin die Welt in Atem: Tag für Tag kletterte der Kurs. Erst bei 20'000 Dollar war Schluss. Dann ging es rasant nach unten. Aktuell kostet ein Bitcoin auf der europäischen Handelsplattform Bitstamp noch rund 6500 Dollar, Tendenz sinkend. Seit Jahresbeginn hat sich der Bitcoin-Wert mehr als halbiert. 

Jetzt glauben Forscher der Universität Austin in Texas (USA), dass der astronomische Bitcoin-Kurs das Resultat von Manipulationen ist. Im Visier steht Tether. Das gleichnamige Unternehmen betreibt laut Webseite Büros in der Schweiz.

Verdächtige Muster bei Transaktionen

Wie die «Washington Post» schreibt, ist der Tether-Preis an den Dollar gekoppelt. Daher eignet sich Tether besonders zum Kauf von anderen Kryptowährungen. Das Unternehmen verspricht, dass jeder sogenannte Token in ihren Reserven eins zu eins mit richtigem Geld hinterlegt sei.

Die Forscher haben Bitcoin-Transaktionen mit Tether untersucht und sind auf Muster gestossen. Die Tether-Herausgeber sollen mit Bitcoin-Käufen eine künstliche Nachfrage für die Kryptowährung ausgelöst haben. Das wiederum trieb den Preis in die Höhe. Zumindest die Hälfte des Höhenflugs soll darauf zurückgehen. Möglich sei dies, weil die Köpfe hinter Tether gleichzeitig die umstrittene Börse Bitfinex betreiben.

Verdächtig sind laut den Forschern sowohl das Timing als auch das Ausmass der Käufe. Die Manipulationen könnten dann normale Investoren angelockt haben. Die Folge: Der Preis stieg immer weiter.

Im Visier der US-Justiz

In der «Washington Post» wehrte sich JL van der Velde, der CEO von Tether und Bitfinex, gegen die Anschuldigungen. Sie seien für keinerlei Manipulationen verantwortlich. Dem Bitcoin setzte der Bericht aber trotzdem zu. Der Preis fiel nach der Publikation erneut um rund fünf Prozent.

Der stark schwankende Kurs macht Bitcoin immer wieder verdächtig. Bereits im Mai wurde bekannt, dass das US-Justizministerium offenbar mögliche Krypto-Manipulationen strafrechtlich untersucht. Dabei soll es um Bitcoin und Ether gehen. (jfr)